Was Teams nicht sagen.
Gewalt in Arbeitsbeziehungen erkennen, benennen und konfrontieren.
Sie beraten keine Gewalttäter. Sie beraten ein Team, in dem seit Monaten jemand übergangen wird. Eine Führungskraft, die ihre Leute mit Ironie klein hält. Eine Abteilung, in der ein Ton herrscht, den alle spüren und niemand anspricht.
Warum dieses Thema?
Das sind keine Randfälle. Es sind die schwierigsten Aufträge, die Coaches und Supervisor:innen haben – und die, bei denen Beratung am häufigsten stecken bleibt. Nicht, weil die Beraterin es nicht bemerkt. Sondern weil ihr die Begriffe fehlen, um es präzise zu benennen, und die Sicherheit, es auszuhalten, wenn sie es tut.
Gewalt zeigt sich selten zuerst körperlich. Sie beginnt sprachlich, strukturell, institutionell, verdeckt. Wer in solchen Kontexten berät, braucht fachliche Klarheit, eine stabile Haltung und ein reflektiertes Verständnis von Verantwortung, Macht und Grenzen.
Kennen Sie das?
- Ein Team beschreibt seinen Konflikt als „Kommunikationsproblem“. Sie merken: es ist keines.
- Eine Führungskraft schildert ihr Vorgehen, und Ihnen wird beim Zuhören kalt – aber sie hat für alles eine plausible Begründung.
- In der Teamsupervision redet eine Person nie. Alle finden das normal.
- Sie sollen „die Zusammenarbeit verbessern“, und der eigentliche Auftrag lautet: sorgen Sie dafür, dass sich niemand mehr beschwert.
- Sie bemerken etwas, sprechen es an – und stehen plötzlich selbst unter Rechtfertigungsdruck.
In allen fünf Fällen entscheidet nicht Ihr Wohlwollen über den Verlauf, sondern Ihre fachliche Genauigkeit.
Was Sie entwickeln
Sie erkennen früher, was in einem System läuft
Sie unterscheiden physische, psychische, strukturelle, sprachliche, sexualisierte und institutionelle Formen von Gewalt – und können sie so beschreiben, dass sie überprüfbar werden statt bloß behauptet.
Sie können konfrontieren, ohne zu beschuldigen
Sie erweitern Ihr Repertoire für Klärung, Konfrontation, Schutz und Weiterverweisung – und halten dabei den Kontrakt mit Auftraggeber, Team und Einzelnen.
Sie merken, wann Sie selbst Teil der Dynamik werden
Sie reflektieren die eigenen Reaktionsmuster in belasteten Situationen, erkennen Verstrickung frühzeitig und finden wieder heraus.
Sie haben eine geklärte ethische Position
Sie können Verantwortung, Grenzen, Macht, Parteilichkeit und Schutzauftrag in Ihrem Beratungsauftrag begründet verorten.
Sechs Fachleute, die es von Berufs wegen wissen
In diesem Modul kommen sechs externe Fachpersonen zu Wort – drei an den Wochenenden, drei an den Abendterminen. Sie kommen aus Polizei, Justiz, Jugendhilfe, Training, Beratung oder Forschung. Nicht als Vortrag, sondern zum Fragen.
Sie können in Ruhe erörtern, was Sie sonst niemanden fragen können: Wie schätzt eine Ermittlerin Gefährlichkeit ein? Woran erkennt ein Richter, dass eine Aussage kippt? Was macht eine Einrichtungsleitung, wenn der Verdacht das eigene Haus betrifft?
Diese Perspektiven bekommen Sie in keiner Fachliteratur. Sie verändern, wie Sie danach im Beratungsraum sitzen.
Einige unserer Gäste arbeiten in Kontexten, in denen sie nicht namentlich auftreten können. Das ist ein Hinweis darauf, wie nah diese Beiträge an der Realität sind.
Termine 2027
| Wochenende 1 | Fr/Sa, 05. und 06. März 2027 | 12 UE |
| Praxisreflexion 1 | Mi, 24. März 2027, 18:00–21:00 Uhr | 3 UE |
| Wochenende 2 | Fr/Sa, 09. und 10. April 2027 | 12 UE |
| Praxisreflexion 2 | Mi, 12. Mai 2027, 18:00–21:00 Uhr | 3 UE |
| Wochenende 3 | Fr/Sa, 18. und 19. Juni 2027 | 12 UE |
| Praxisreflexion 3 | Mi, 07. Juli 2027, 18:00–21:00 Uhr | 3 UE |
- Wochenende 1Fr/Sa, 05. und 06. März 202712 UE
- Praxisreflexion 1Mi, 24. März 2027, 18:00–21:00 Uhr3 UE
- Wochenende 2Fr/Sa, 09. und 10. April 202712 UE
- Praxisreflexion 2Mi, 12. Mai 2027, 18:00–21:00 Uhr3 UE
- Wochenende 3Fr/Sa, 18. und 19. Juni 202712 UE
- Praxisreflexion 3Mi, 07. Juli 2027, 18:00–21:00 Uhr3 UE
Seminartage 09:30–15:15 Uhr, live-online über Zoom. Die Nachmittage bleiben Ihnen.
Zwischen den Blöcken arbeiten Sie an eigenen Fällen und in festen Peergroups. Diese Arbeit wird an den Abendterminen aufgegriffen – dort entsteht die eigentliche Konfrontationskompetenz.
Inhalte
- Überblick über Gewaltformen: physisch, psychisch, strukturell, symbolisch, sprachlich, sexualisiert, institutionell
- Verdeckte und passiv-aggressive Formen in Teams: Ausschluss, Schweigen, Ironie, Entwertung, Übergehen
- Macht, Ohnmacht und Grenzverletzung in Arbeitsbeziehungen und Führungskontexten
- Eskalationsdynamiken – und die Frühphasen, in denen Beratung noch wirkt
- Systemische und gesellschaftliche Einordnung: wie Organisationen Gewalt normalisieren
- Transaktionsanalytische Konzepte: Ich-Zustände, Drama-Dreieck, Spiele, Skriptdynamik
- Der beziehungsorientierte Gewaltbegriff aus der Untersuchungshaft-Vermeidung „Stop and Go!“ NRW
- Konfrontation als Intervention: Sprache, Zeitpunkt, Kontrakt, Absicherung
- Ethik, Rollenklärung und Auftragsverständnis
Leitung
Peter Eichenauer
Master Coach EASC, Supervisor und Lehrsupervisor EASC, Ausbilder in Supervision und Coaching EASC, Transaktionsanalytiker (DGTA/EATA). Initiator der Untersuchungshaft-Vermeidung „Stop and Go!“ NRW und seit über 25 Jahren im fachlichen Austausch mit Justiz, Polizei und Jugendhilfe. Institutsleitung INTASCO Dortmund.
Der beziehungsorientierte Gewaltbegriff, mit dem in dieser Reihe gearbeitet wird, ist nicht am Schreibtisch entstanden, sondern in der Arbeit mit jungen Menschen, für die Haft die Alternative war.
Für welche Arbeitsfelder?
- Beratung und Supervision
- Führung und Organisation
- Jugendhilfe und soziale Arbeit
- Schule und Bildung
- Konflikt- und Krisenkontexte
- Institutionen mit Schutzauftrag
- Teams in belasteten Arbeitsfeldern
Voraussetzungen, Gebühr und Anerkennung
Voraussetzungen
Coach oder Supervisor:in EASC bzw. eine gleichwertige Qualifikation, dazu Berufserfahrung in Beratung, Jugendhilfe, Justiz, Bildung, psychosozialen Diensten oder Führung.
Seminargebühr
| Einmalzahlung | 1.840 € |
| Ratenzahlung | 3 × 630 € (gesamt 1.890 €) |
- Einmalzahlung1.840 €
- Ratenzahlung3 × 630 € (gesamt 1.890 €)
Umsatzsteuerfrei nach § 4 Nr. 21 UStG. Enthalten sind alle Seminar- und Abendtermine, die Beiträge der sechs Fachgäste, die Arbeitsmaterialien, der Zugang zur Lernplattform und das Abschlusszertifikat.
Die Raten sind fällig am 19. Februar 2027, am 26. März 2027 und am 04. Juni 2027 – jeweils rund zwei Wochen vor einem Wochenende. Der Aufschlag von 50 € deckt den zusätzlichen Verwaltungsaufwand.
Die Einmalzahlung ist nach Rechnungsstellung innerhalb von 14 Tagen fällig, spätestens jedoch bis zum 19. Februar 2027.
Abschluss
Zertifikat „Einführung Gewalt-Coach – EASC“. Für Teilnehmende, die Mitglied der EASC sind, ist die Veranstaltung von der EASC für die Master-Coach-Zertifizierung anerkannt; die erbrachten Einheiten werden angerechnet.
Das Einführungsmodul ist auch als eigenständige Fortbildung buchbar – unabhängig von einer laufenden Master-Coach-Weiterbildung.
Verbindlich anmelden
Die Plätze werden in der Reihenfolge des Eingangs vergeben. Die Gruppe ist auf 14 Teilnehmende begrenzt. Nach Ihrer Anmeldung erhalten Sie eine Eingangsbestätigung; die Anmeldung wird mit unserer schriftlichen Zusage verbindlich.
Stornobedingungen
- Bis 8 Wochen vor Beginn: kostenfreier Rücktritt, es wird eine Bearbeitungsgebühr von 50 € berechnet.
- Bis 4 Wochen vor Beginn: 50 % der Seminargebühr.
- Danach oder bei Nichtteilnahme: 100 % der Seminargebühr.
- Eine Ersatzteilnehmerin oder ein Ersatzteilnehmer kann jederzeit kostenfrei benannt werden.
- INTASCO kann die Weiterbildung bis 4 Wochen vor Beginn absagen, wenn weniger als 8 Anmeldungen vorliegen. Bereits gezahlte Gebühren werden vollständig erstattet.
Sie wissen, welches Team Sie gerade im Kopf haben.
Sprechen wir darüber, was Ihnen in diesem Fall fachlich fehlt – und ob diese Reihe der richtige Weg dorthin ist.
